Montag, 9. September 2013

Zwei Länder - Drei Wochen - 2. 022 km


Stockholm - Oslo - Bergen - Odda - Oslo - Stockholm





Die Frage aller Fragen


- "Was brauchen wir alles? Was ist unwichtig?" -


Bevor wir unsere Reise machen konnten, 
mussten wir uns zuerst überlegen:

"Was braucht man für 3 Wochen Backpacking im Zelt und was ist unnötig?"

Dafür haben wir einige Stunden im Internet verbracht, um aus den Erfahrungen anderer eventuell zu profitieren. Nochmals danke an alle, die ihre Packliste online gestellt haben! =)
Deshalb stellen auch wir hier unsere Packliste rein, weil wir wissen, wie schwer es ist, ohne Hilfe so etwas zu planen, vor allem, wenn man seine erste Tour plant!






Anmerkung: Die Packliste ist für 2 Personen (Paar) gedacht!
Die drei Trekkinghosen bestehen aus:
1x Trekkinghose
1x "normale" Hose für Städtebesichtigung
1x Regenhose



Tag 1


Über den Wolken...

 Endlich kam der Tag der Tage - Der Abflug



Morgens nochmal einen kleinen Kampf mit den Rucksäcken ausgetragen, damit alles gut verstaut ist und nichts verrutschen kann - gewonnen! Anschließend ging es an den Flughafen, Gepäck abgegeben, eingecheckt und schnell durch die Sicherheitskontrolle gekommen! 
Dann hieß es rein in den Flieger und ab in die Lüfte.
Abflug: 12:45Uhr (Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden)
Ankunft: 14.45Uhr (Stockholm Skavsta)

Das Wolkenmeer in über 1.000m Höhe

 

Nach zwei Stunden Flug und einigen weinenden Kindern machten wir endlich unseren ersten Schritt auf skandinavischen Boden!
Und das Abenteuer kann endlich beginnen!
Erst einmal das Gepäck suchen und zum Schalter am Flughafen, um ein Ticket für den Bus zu kaufen, der uns in die Stadt bringt. Schlappe 15€ für 100km! Nicht schlecht, wenn man die DB gewohnt ist! ;-) Nach ca. einer Stunde Fahrt stiegen wir mitten in der Stadt aus und waren erstmal planlos.

"Zwei Deutsche allein in der großen Stadt!"

Dann ging es zur Touristeninformation, denn wir wussten ja nicht: Wo ist der Campingplatz und wie kommen wir dort hin? Gleich mal nach Tipps gefragt, was man unbedingt gesehen haben muss ,sowie sich über die StockholmCard erkundigt.

Kurz zur StockholmCard:

Die StockholmCard ist eine Karte, die für max. 5 Tage gültig ist und mit der man in dieser Zeit mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kann. Zusätzlich dazu gibt es in über 80 Museen freien Eintritt und in einigen Attraktionen Vergünstigungen. 
Uns war die Karte dann doch etwas zu teuer, da wir ja keine Museen anschauen wollten, sondern die Stadt erleben. Also kauften wir uns ein 72 Stunden Ticket, welches nur ca. 15 - 20€ kostete.
Jetzt ging es mit großen Schritten auf unser Tagesziel zu "Bredäng Camping". In die Metro gestiegen und nach 15 Minuten wieder raus an der Haltestelle "Bredäng". Dort dann ausgerechnet zwei Deutsche nach dem Weg gefragt.
Nach ein paar Minuten Fußmarsch kamen wir an, checkten ein und bauten unser echt großes Zelt auf.
Erster Tag GESCHAFFT und nichts ging schief!



Tag 2


Stockholm zu Fuß entdecken



Bevor wir uns ins Getümmel warfen, planten wir erst einmal unseren Tag durch.
Was schauen wir an? Wie kommen wir dort am Besten hin? Und in welcher Reihenfolge kann man das Ganze sinnvoll ablaufen?


Erste Station: Reichstagsgebäude




Das Reichstagsgebäude (Riksdagshuset) ist der Sitz des schwedischen Reichstages. Das Gebäude liegt auf der Insel Helgeandsholmen und wurde zwischen 1897 und 1905 erbaut. Es wurde bei dieser Erbauung versucht, ein pompöses und monumentales Bauwerk zu erschaffen, was dem Architekten wirklich hervorragend gelungen ist. Man läuft durch die Straßen Stockholms, sucht nicht nach dem Riksdagshuset und steht plötzlich direkt davor. Es kam uns so vor, als ob "Alle Wege führen nach Rom" hier ein neues Ziel bekommen hat. "Alle Wege führen zum Reichstag!"


Wenn man, wie wir, durch die Straße zwischen den Regierungsgebäuden geht, ist man einfach nur begeistert und ehrfürchtig von diesen gigantischen Bauwerken. Diese hohen Wände mit ihren gigantisch großen Steinen haben uns sehr beeindruckt. Durch seine offene Bauweise strahlt das Reichstagsgebäude eine Art Offenheit und Nähe zum Volk aus und gleichzeitig Respekt gegenüber der Regierung.


Zweite Station: Königliches Schloss


Das königliche Schloss (Kungliga slottet) im Herzen der schwedischen Hauptstadt liegt auf der Insel Stadsholmen, auf der sich auch die Altstadt (Gamla Stan) befindet. Über die wunderschöne Gamla Stan gelangt man dann auch zum königlichen Schloss. Die Büros des schwedischen Königs Carl XVI. Gustav und anderer Mitglieder der königlichen Familie befinden sich im Schloss. Es dient dem König zu repräsentativen oder zeremoniellen Zwecken während der Ausübung seiner Pflichten als Staatsoberhaupt. Bewohnt wird es nicht mehr.
Einige Räume können heute von Touristen besichtigt werden (100 SEK p.P.), was wir uns jedoch aus Kostengründen gespart haben, da wir ja noch knapp 3 Wochen vor uns hatten!




Ein weiteres Highlight am Kungliga Slottet ist die Wachablösung, die jeden Tag pünktlich um 12:15Uhr stattfindet. Da wir die Gamla Stan so schön fanden und dort die Zeit vergessen hatten, haben wir dieses Highlight natürlich verpasst (jeden Tag!) Achja,... die königliche Wache ist nicht wie in London vor dem Buckingham Palace steif, sondern darf sich bewegen und sogar lächeln! 



Dritte Station: Katharinen Hissen



Durch den Tipp einer Freundin kamen wir auf diesen wunderbaren Aussichtspunkt. Katharinen Hissen ist ein öffentlicher Freiluftaufzug mitten auf der Insel Södermalm. Da der Aufzug leider defekt ist, suchten wir uns einen Weg über die Stadt. Nach einem kurzen Aufstieg und einigen Treppenstufen kamen wir dann endlich ganz oben an.



Schlecht geschaut haben wir auch nicht, als wir feststellten, dass wir über eine Brücke zum Fahrstuhl gehen mussten. Diese Brücke führt auf ein Hochhaus! Sowas haben wir noch nie gesehen. Unglaublich!



Doch bevor man bis vor auf die Aussichtsplattform kommt, muss man erst durch das Restaurant, welches auf der Dachterrasse des Hochhauses ist, gehen.







Die Aussicht war genial! Man konnte einfach über ganz Stockholm sehen und die ganzen Inseln erkennen. Trotz nicht ganz so tollem Wetter.



Vierte Station: Kungsgåtan



Als wir einfach so durch die Stadt bummelten, kamen wir auf einmal auf eine sehr belebte Straße. Mit dem Plan in der Hand suchten wir nach einem Straßenschild und sahen, dass wir auf der berühmten Kungsgatan (Königsstraße) waren. Also gut, da wollten wir sowieso hin! Die Kunsgatan ist eine zentral gelegene Hauptstraße in Stockholm. Sie verläuft von Ost nach West und ist ca. 1.500 Meter lang, die wir auch komplett abgelaufen sind. Da die Stockholmer Innenstadt im Jahr 1960 neu gebaut wurde, verlor die Königsstraße ihre Bedeutung als Haupteinkaufsstraße. Zum Glück wurde in den 1990er Jahren die Straße renoviert und ist seit dem wieder Stockholms "feine Straße".

Gigantische Einkaufspassagen mit der aktuellen Mode, sowie Designerläden finden sich alle auf dieser Straße. Da wir leider kein Geld für eine große Shoppingtour hatten, begnügten wir uns mit einem Bummel durch die verschiedenen Shoppingmalls, was auch sehr schön war! Auf dem Weg wieder zurück zum Campingplatz, liefen wir einige kleinere Straßen entlang und kamen dann zufällig auf die absolute Touristenstraße.
Hier befinden sich gefühlt alle Souveniershops Stockholms auf engstem Raum. Da wir einen neuen Freund gefunden hatten, dieser jedoch zu groß war, um ihn mitzunehmen, machten wir einfach ein kleines Foto.

 
Elchalaaaaaaarm! =D


Tag 3


Djurgården entdecken



So meine Lieben, ihr wisst ja, dass wir alles nur zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erlebten. Doch wer glaubt, dass die "Öffentlichen" in Skandinavien einfach zu verstehen sind, der hat sich geirrt. Ich habe noch nie so viele verschiedene Stationen des "Hauptbahnhofs" gesehen, wie in Stockholm. Für jedes Verkehrsmittel, ob Zug, Bus, Tram, Metro,...es gibt für jedes einen eigenen "Hauptbahnhof". Und jeder, wirklich jeder ist an einer anderen Stelle in der "Nähe" des tatsächlichen Hauptbahnhofs. Da wir auf die Halbinsel Djurgården wollten, suchten wir doch tatsächlich eine halbe Stunde lang die S-Bahn (S7), um dann festzustellen, dass wir doch nichtmal 15Minuten damit fahren müssen, um nach Skansen zu gelangen. Naja,... an der Station "Skansen" ausgestiegen, geschaut was es Eintritt kostet und... uff,... doch zu teuer... schade!

Zur Information:

Skansen (Die Schanze) ist ein Freilichtmuseum im Westteil der Halbinsel Djurgården. In diesem Freiluftmuseum soll die Schwedische Geschichte mit ihren traditionellen Bauten und Traditionen gezeigt und erlebt werden. Gleichzeitig gibt es ein großes Tiergehege mit über 300 Tierarten. Darunter auch ein Rentiergehege! =)
Doch jetzt war die Frage: "Was machen wir jetzt?" Spazieren wir einfach mal über die Halbinsel Djurgårde und schauen, was es hier so zu entdecken gibt.




Vorbei am Göna Lund Park (Freizeitpark), dem ABBA Museum, dem Vasamuseum, dem Nordischen Museum, an der Uferpromenade entlang. An dieser Uferpromenade kam dann die Sonne so richtig raus und wir setzten uns direkt an das Wasser und genossen die Sonne für einige Zeit.





Durch einige Parks (keine Ahnung welche) gelangten wir dann auch wieder in die Innenstadt und schauten uns nochmals dort um und genossen bei schönem Wetter die Aussicht vom Königlichen Palast runter auf die Stadt. Heute mussten wir leider wieder früh auf den Campingplatz, da wir alles schonmal packen mussten, da am darauffolgenden Tag unser Zug nach Oslo um 8:29Uhr fuhr und wir somit um 6:00Uhr aufstehen mussten, um das Zelt abzubauen, fertig zu packen und auszuchecken.



Tag 4



Tuff tuff tuff, die Eisenbahn... 



Heute klingelte unser Wecker um 6:00Uhr. Danach mussten wir noch unser Zelt in Rekordzeit abbauen (45 Minuten) und verstauen. Schnell mit der Metro zum Hauptbahnhof und das Gleis gesucht, auf dem unser Zug dann abfährt. Das Gleis erfährt man nie im Voraus, sondern muss man immer zuvor der großen Abfahrtstafel entnehmen. Zum Glück mussten wir nicht groß suchen, da Gleis 10 zufällig direkt neben uns war. Jetzt hieß es 6 Stunden Fahrt im wirklich bequemen Zug der Schwedischen Bahn (SJ) nach Oslo. Preis: 299 SEK (ca. 37€) In Schweden bei den Bahntickets aufpassen! Es gibt für Jugendliche bis 26 Jahren Vergünstigungen. Bis zu 50% spart man dann im Vergleich zum Normalpreis. Ebenso sollte man das Ticket nicht direkt am Schalter bei den Bahnmitarbeitern kaufen, obwohl diese wirklich sehr freundlich und hilfsbereit sind, sondern am Automaten, da man hier pro Ticket nochmals ca. 100 SEK spart! Vielen Dank nochmal an unseren lieben Bahnmitarbeiter, der uns diesen Tipp gegeben hat! In Oslo angekommen, mussten wir erst einmal zur Touristeninformation gehen, um zu fragen, wie wir am Besten zu unserem Campingplatz "Bogstad Camping" kommen.




Mit dem Bus Nummer 32 ging es dann Campingplatz. Praktischerweise hieß die Haltestelle auch noch "Bogstad Camping" 45 Minuten mit dem Bus zwar vom Zentrum weg, jedoch wunderschön gelegen bauten wir dann noch unser Zelt auf, schauten uns alles an und kochten noch eine Kleinigkeit, bevor wir uns schlafen legen konnten.


Tag 5


Sommer, Sonne und Strand


Nach unseren anstrengenden letzten Tagen und nicht immer  tollem Wetter, dachten wir uns "Warum nicht auch mal entspannen?" Genau das taten wir dann auch. Kurz noch bei der Tankstelle direkt vor dem Campingplatz ein Abschleppseil gekauft, da wir nirgends eine Wäscheleine auftreiben konnten und leider unsere Wäsche vom Vortag durch einen Maschinendefekt immer noch nass war. Wäsche kurz aufgehängt, Badesachen, Essen und Trinken gepackt und runter an den See gegangen um die Sonne zu genießen!





Das Wasser war sooooo.... kalt, dass wir nicht weiter als bis zu den Knien hineingehen konnten. Wieder zurück am Zelt, die Wäsche abgehängt und dabei fast von einem herabfallenden morschen Ast erschlagen worden! Noch gemütlich gekocht, gelesen und die nächste Station Bergen geplant. Toller entspannter Tag! 



Tag 6


Sightseeingtour durch Oslo


Heute gab es zuerst einmal  ein großes Frühstück mit Bratwürsten, Brötchen und Kellogs. Gut gestärkt und mit Proviant im Rucksack ging es in die Stadt per Bus. Bevor wir uns jedoch  durch die Straßen Oslos schlängeln konnten, kauften wir uns zuvor unser Zugticket nach Bergen. 
Abfahrt: 06:49 Uhr (Oslo)
Ankunft: 14:30 Uhr (Bergen)
Preis: 399 NOK (da Hauptsaison ist)
Was macht man nicht alles, um die schönste Zugfahrt der Welt zu genießen. Jetzt war endlich alles Planen vorbei und wir konnten endlich Oslo genießen. Durch die Fußgängerzone gingen wir zum Hard Rock Cafe, dem Nationaltheater, dem Edvard Munch Museum, dem Nationalmuseum und dem Royal Palace.  

HardRock Cafe


Nationaltheater


Die ganze Stadt bestand aus wunderschönen alten Häusern,  die uns sehr gefallen haben.

Haus in der Fußgängerzone

Noch kurz am Rathaus vorbei gelaufen und am Hafen gemütlich entlang gelaufen, wo wird dann eine kleine Pause einlegten, um endlich eine Kleinigkeit zu essen.

Rathaus von Oslo

Am Hafen gab es dann unzählige Souveniershops, wo wir  Aufnäher für den Rucksack, sowie ein bis zwei Mitbringsel für Familie und Freunde kauften. Mit vollem Bauch und glücklich über den tollen Aufnäher, ging es dann auf die Suche nach dem Anlegeplatz der öffentlichen Schiffstaxen, da wir eine Fahrt durch den Oslofjord machen wollten. Diese Fahrt mit den Schiffstaxen war bei dem von uns gekauften 24 Stunden Ticket inklusive, sodass wir uns eine teure Fjordfahrt sparen konnten. (Tagesticket siehe: http://www.visitoslo.com/de/produkt/?TLp=182075 ) 35 Minuten ging unsere Bootstour (längste Rundtour) war umso schöner, als die Sonne herauskam und uns schön auf der Haut brannte. 














Wieder an Land angekommen, kamen wir noch  an der alten Festung Akershus slott vorbei, bevor wir wieder völlig fertig  Campingplatz zurückkehrten.


Festung Akerhus slott

Dort angekommen kauften wir noch Proviant für die morgige Zugfahrt und richteten unsere 
Rucksäcke schon mal, bevor wir uns noch eine Kleinigkeit zu Essen machten, um dann früh schlafen zu gehen.




Tag 7


Berge, Seen, Fjorde


Um 04:00 Uhr morgens klingelte der Wecker. Schnell aufgestanden, angezogen, Rucksack gepackt und im Dunkeln - mit der Taschenlampe im Mund - unser Zelt in 20 Minuten abgebaut. (Zum Glück war auch noch Vollmond) Mit dem ersten Bus ging es dann Hauptbahnhof Oslo, von wo aus wir um 06:43 Uhr nach Bergen abgefahren sind. Es ist glaube ich wirklich das erste Mal, dass ich sage: "Mit ihrem Versprechen, die schönste Bahnfahrt der Welt zu erleben, wird man definitiv nicht enttäuscht!" Berge, Seen,  Gletscher, Fjorde,... Einfach gigantische Landschaft erleben!












Das beste war, dass wir knapp 1.000 Meter über Null waren und dort eine Haltestelle ist, bei der sehr viele Radfahrer einstiegen. Deshalb machten wir eine 10 minütige Pause, in der wir den Zug verlassen konnten, um die Landschaft fotografieren zu können. Vor Weiterfahrt gab der Schaffner Signal, sodass alle wieder einsteigen und weiterfahren konnten.




Abfahrt: 06:43 Uhr (Oslo)
Ankunft: 14:30 Uhr (Bergen)
Preis: 399 NOK
Nach ca. 07:45  kamen wir um 14:30 Uhr in Bergen an und staunten nicht schlecht über das herrliche Wetter! Strahlend blauer Himmel und 20°C empfingen uns. Dank einem kurzen Spaziergang zur Touristeninformation fanden wir schließlich unseren Campingplatz "Bratland Camping", den wir per Bus und Tram erreichten.(siehe: http://www.bratlandcamping.no/tysk.htm )





Schnell das Zelt aufgebaut und die Umgebung erkundet.




Tag 8



Wasser, Fisch, Tourismus und Sonne (!?)




Was für ein wunderschöner Morgen hier in Bergen! Bei allem, was uns bis dahin von anderen Reisenden erzählt wurde waren wir wirklich sehr überrascht über das Wetter hier! Traumhafte 25°C, das perfekte Wetter für unseren heutigen Tag. Nach den beiden Hauptstädten, die wir uns angeschaut hatten, war Bergen wirklich mal etwas ganz anderes. Richtig klein und überschaubar! Da eigentlich die "Hauptattraktionen" alle auf einem Fleck liegen, muss man sich nur kurz einen Überblick über die Massen an Touristen machen und sich kurz überlegen, wo und wann die meisten hingehen. Also entscheidet man sich für die Variante, bei der man denkt, dass hier ein ruhiges Sightseeing möglich ist. Da wir noch recht früh dran waren, war unsere erste Station der Fischmarkt von Bergen. Eins muss man dazu schon sagen: "Einen so hygienischen Markt und solch große Auswahl aus
Meeres - Spezialitäten haben wir selten gesehen!" Und alle zusammen sahen zum Anbeißen aus! 


Nochmal die Auslage im Fischmarkt (Königskrabbe am Stück)


Lachs, Krabbenscheren, Beine der Königskrabbe, etc.



Danach ging es an die Hafenpromenade "Bryggen". Diese alten Häuser, welches "Alte Hanseviertel" heißen, sind seit 1979 auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbe und eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Bergens. Also wir kannten die Häuser immer nur von Postkarten oder irgendwelchen Bildern aus dem Internet. Doch wenn man mal davor gestanden hat, dann ist das einfach eine ganz andere Dimension. Diese Häuser sind wirklich der Wahnsinn! Komplett aus Holz, bunt angestrichen, gigantisch groß und sowas von Windschief! Das ist wirklich einmalig und jedenfalls einen Besuch in Bergen wert! Selbst die kleinen Gassen zwischen den Häusern sind komplett mit Holz ausgebaut, sodass es einem vorkommt, als würde man in einer kleinen (großen) Holzstadt laufen.













Nachdem wir unsere Tagestour fertig hatten genossen wir die Sonne und den Sonnenuntergang auf den Bänken am Hafen! Traumhaft schön! 




Tag 9


Auf den Bergen von Bergen



Heute ist das Wetter nicht so toll, wie gestern, aber vielleicht wird das ja auch noch! Unseren Rucksack mit dem Nötigsten für den Tag gepackt: Ein bisschen Essen, Trinken und dir Kamera eingepackt und los geht es in die Stadt und auf den Floyen. Kurz durch die ganzen Souvinierstände geschlendert und dann einfach mal zur längsten Schlangen, die man finden kann gegangen und geschaut, warum dort alle anstehen. Natürlich ist es die Schlange um mit der Floyen - Bahn auf einen der sieben Berge um die Stadt Bergen zu fahren. Mit Hilfe der BergenCard konnten wir bei unserem Ticket die Hälfte sparen und konnten für nur 80 NOK ein Hin- und Rückfahrticket ergattern. (Es gibt keine Ermäßigung auf nur eine Teilstrecke)






Nach nur knapp 4 Minuten Fahrt kamen wir auf dem großen Plateau (der Bergstation) an und staunten nicht schlecht, als wir die fantastische Aussicht auf Bergen sahen. Eine Aussicht, die einen beinen beeindruckenden Überblick über die Vielfalt der Stadt und der näheren Umgebung gewährt. Eine Aussicht, die den Blick auf das offene Meer, auf die 50 km nördlich gelegene Insel Fedje, sowie auf die südlich gelegenen Inseln der Region Sunnhordland erlaubt.

Aussicht auf Bergen


Nachdem wir bei strahlendem Sonnenschein die wunderschöne Aussicht genossen haben, ging es auf unsere erste Wanderung der ganzen Backpackingtour. Einen kurzen Marsch von der Bergstation der Floyen - Bahn entfernt liegt der idyllische See Skomakerdiket. Hier machten wir nochmals einen kurzen Halt, um uns zu sonnen!


Pause am Bergsee Skomakerdiket



Nach unserem kurzen Sonnenbad wanderten wir für ca. 3 Stunden auf den Wegen des Floyen durch die Welt. Es war einfach eine wunderschöne Tour mit wahnsinnig schönen Aussichten. Die Devise hieß:Einfach planlos den Schildern folgen! 






Nachdem wir wieder mit der Bahn zur Talstation gefahren waren, machten wir uns nochmals auf den Weg zum Fischmarkt, wo wir uns einen Teller Fisch gönnten! Traumhaft lecker, jedoch auch richtig teuer für so einen einzigen Teller... (220 NOK; ca. 30€)


Leckerer Fischteller, aber leider auch sehr teuer




Tag 10



Sonne genießen und relaxen



Was will man mehr? Super Wetter, die Sonne auf der Haut brutzeln lassen und ein gutes Buch! HERRLICH! Das Zelt noch nebenbei geputzt, gegessen und wieder den herrlichen Tag genießen!




Tag 11



Unser letzter Tag in Bergen


Nach unserem tollen gestrigen Tag mussten wir so langsam an unsere Rückreise denken. Leckeres Brot mit der guten alten norwegischen Dosenwurst! Danach ging es in die Stadt - unser Marathon von einer Stelle für öffentliche Verkehrsmittel zur nächsten. Also buchten wir erstmal die Rückfahrt von Oslo nach Stockholm. Danach haben wir bei der Busgesellschaft gefragt, wie wir am Besten von Odda nach Oslo kommen. Alles klar! Von Odda mit dem Bus nach Voss, wo wir dann in den Zug umsteigen müssen, der uns dann wieder nach Oslo bringt. Nachdem wir alles erledigt hatten, ging es nochmal 2 Stunden an den Hafen, Bergen nochmal von seiner schönsten Seite genießen! Nochmal Proviant bei Kiwi gekauft und zurück zum Campingplatz, Rucksack gepackt und danach nochmal in die Sonne gesessen und gelesen.
Morgen heißt es dann:
"Hallo Fjordland!"




Tag 12



Fjorde, Berge und Täler



Um 8:00 Uhr klingelte de Wecker. Doch von schlechter Laune war weit und breit keine Spur! Denn Heute geht es ab in die Natur und zu den Fjorden! Erstmal das Zelt abbauen, aufhängen und endlich das Zelt von außen putzen. Während das Zelt trocknet, frühstücken und Zähne putzen. Zelt zusammenrollen und gut am Rucksack befestigt. Uff... ist der Rucksack diesmal schwer! Naja,... Campingplatz gezahlt und mit dem Bus nach Arna terminal gefahren. Dort 1 Stunde Wartezeit auf dem Bus 930 nach Odda. Jetzt genossen wir 3 Stunden Fahrt durch wunderschöne Natur! Berge und Täler, Fjorde und Flüsse. Alles, was man sich wünscht. Ein Highlight der Busfahrt war definitiv das Übersetzen per Fähre über den wunderschönen und riesigen Hardangerfjord!


Hardangerfjord


Der Hardangerfjord - Mit dem Bus und der Fähre einfach übersetzen



Natur wir kommen!
In Odda angekommen, erst mal zur Touristeninformation um zu fragen, wo der Campingplatz ist. Ok, nur 2km, die können wir auch laufen. Doch davor erstmal was Essen. Zum Glück stand der Fischstand dort, der uns empfohlen wurde. Zwei Deutsche, die ausgewandert sind und jetzt Fisch zu super Preisen verkaufen betreiben diesen Imbiss. Also gönnen wir uns jeder eine Fischplatte, die frisch gegrillt wird. Zu dem Essen sage ich nur so viel: 5***** für das Gericht und dann für nur 40 NOK (ca. 5€)! EINMALIG! Zum "Nachtisch" gab es dann gratis eine Fischfrikadelle - aus Seelachs - auf die Hand. Super lecker! Gut gestärkt geht es dann auf den 2km langen Weg zum Campingplatz. 2km!?!? Luftlinie vielleicht! Mindestens 5km Gewaltmarsch mit unseren Rucksäcken...


Aussicht auf Odda (Der Weg zum Campingplatz)



Nach 45 Minuten kamen wir dann fix und fertig endlich an.Kurz unseren Aufenthalt gezahlt, Brötchen fürs Frühstück bestellt, Zelt aufgebaut und eingerichtet. Danach haben wir erstmal die Gegend erkundet. Am See entlang ein wenig spazieren gegangen und die Füße ins Wasser gehalten. Traumhaft, nur das Wasser war wirklich kalt! 



Traumhafte Aussicht direkt am Campingplatz




Tag 13



Frische Brötchen und eine traumhafte Kulisse



Heut morgen gab es frisch aufgebackene Brötchen mit der altbewährten Dosenwurst, die wir im Zelt zusammen verdrückt haben. Heute gibt es nochmal einen Erholungstag, bevor es morgen auf die Trolltunga geht. Deshalb ging es nochmal zur Touristeninformation, um nach einer Wanderkarte für die Route und andere Wanderstrecken zu fragen.
Antwort: "Es gibt keine Wanderkarten. Folgen Sie einfach den roten Pfeilen!"  Die Norweger sind echt lustig!



Die Straße direkt am Fjord entlang



Traumhafte Aussicht am Hafen von Odda



Danach erstmal eingekauft für so ziemlich die ganze Woche! Das Ganze wieder den Berg zum Campingplatz hochgeschleppt... Alles verstaut und dann am See gemütlich gelesen, bis es zu kalt wurde. Wäsche gemacht und Essen gekocht. Und zwar so viel vom Essen, dass wir auch noch etwas für den nächsten Tag (die Trolltunga) haben. Dann haben wir unseren Rucksack für die morgige Tour mit Essen, Trinken, Ersatzkleidern und Badesachen bestückt, damit es morgen alles schneller geht. Danach ging es wieder (dicker angezogen) an den See, um dort entlang zu spazieren und ein kleines Fotoshooting zu machen. Wirklich Traumhafte Kulisse! 



Die Aussicht von unserem Campingplatz (rechts sieht man einige Wohnmobile)



Auf dem Campingplatz wieder angekommen, fragten wir bei dem Mitarbeiter des Platzes, wie man denn am Besten zum Latefoss kommt.Er meinte, es ist eine schöne Fahrradtour, die auch nicht zu lange ist. (Ist das jetzt nach norwegischem oder "normal" Europäischen Maßstab!? )

Dann hieß es früh schlafen gehen, den morgen geht es auf die Trolltunga! Wir sind gespannt!




Tag 14



Der Gipfelsturm



07:00 Uhr morgens: Der Wecker klingelt...
Hellwach! Heute ging es auf die Trolltunga!
Nach so vielen Erzählungen wollten wir uns nun selbst überzeugen, was die Wahrheit ist und was nicht!?
08:25 Uhr Abfahrt zum Startpunkt der Trolltunga - Wanderung
09:00 Uhr kamen wir dort an ... und los ging das große Abenteuer!
Wir laufen die ersten paar Treppenstufen hinauf uns sehen den 1. Meter des 1. Kilometers... Dieser Kilometer hat von allen, die wir getroffen haben, den liebevollen Namen "Der Horror Kilometer" bekommen. Und diesen Namen hat er sich wirklich verdient! Nur Steine und zwar große Steine! Und da wollen wir wirklich hoch!? Gut,... ohne viel Nachdenken...
LET´S ROCK THE PARTY!!!




Die ersten Meter waren schon der Horror und das noch einen ganzen Kilometer!? Zähne zusammenbeißen, stark sein und ab hoch,... sind doch nur 11 km bergauf,... es wird bestimmt bald flacher. Immer wieder kam die Frage bei uns auf: "Ist dieser erste Kilometer nicht endlich mal vorbei!?" Als dann endlich das erste Schild kam, fiel uns die Kinnlade auf den Boden. "WAS!? Das war erst 1 km!?" Gefühlt waren das wirklich 5 km BERGAUF! Doch es geht immer weiter,... Berg auf mit brennenden Waden.




Endlich wurde es flache (auf norwegisch). Aber diese Freude über Flachland hielt nicht lange an, denn man glaubt es kaum: Berg auf und zwar wieder über Stock und Stein! Es war wirklich das Anstrengendste, was wir bis dato je gemacht haben, aber wir wurden wirklich mit einer grandiosen Aussicht belohnt für solche Qualen!




Trotz der wirklich wunderschönen Landschaft war der Weg der Horror! DAS waren NIEMALS 11 km EINFACHWEG! Nach 6 Stunden kamen wir endlich oben an unserem Ziel an.

Trolltunga





Die sog. Trollzunge ist eines der "neuen Attraktionen" norwegens. Dieser horizontale Felsvorsprung, der sich bis auf wenige Zentimeter an der Spitze verjüngt schwebt 700m über dem künstlich angelegten Stausee Ringedalsvatnet. Eine gigantische Aussicht. Doch mit jedem Schritt nach vorne raste mein Herz immer mehr. Ein paar Fotos später ging es dann wieder den ganzen Weg zurück.














Wir dachten, der "Hinweg" war schlimm,... der "Rückweg" war aber noch schlimmer! Wir fragten uns ständig, ob wir wirklich den gleichen Weg, den wir vorhin bergauf gelaufen sind, gerade wieder runterlaufen!? Wo sind die "Ebenen"!? Hier ist alles so steil!! Da wir bei Kilometer vier (also ingesamt 15km) wirklich an der Grenze des Belastbaren waren, machten wir eine Pause und sprachen mit zwei deutschen Wanderern und hängten uns an die beiden dran, damit wir es auch wirklich noch nach unten schaffen. Ohne Witz! Ohne diese beiden lieben Menschen hätten wir irgendwie in einer der vielen Wandererhütten auf dem Berg übernachten müssen... und das wäre richtig kalt geworden! Als wir dann endlich fix und fertig beim letzten Kilometer ankamen, entschieden wir uns nicht mehr diesen furchtbaren Weg nach unten zu nehmen. Wir nahmen dann die - angenehmer wirkenden - Treppen. Gefühlte 2.000 Stufen! Wobei das wirklich keine Stufen und das ganze auch nicht wirklich als Treppe bezeichnet werden konnte. Eher als Sprossen, die mal mehr, mal weniger sicher aussahen, die mit einem Geländer (Stahlseil) begrenzt wurden. Als wir dann endlich unten am Parkplatz wieder ankamen, freuten wir uns tierisch, dass wir diese Tour geschafft hatten und wir sogar noch unseren Bus erwischt haben! Kurz von unseren beiden Mitstreitern verabschiedet und fertig, aber glücklich in den Bus gestiegen. Am Campingplatz angekommen, ging es erstmal unter die Dusche, kurz nochmal was gegessen und dann ab auf die Matte gehauen. Den kompletten Körper mit Pferdebalsam eingeschmiert, um fiesem Muskelkater vorzubeugen. Ich glaube, so gut haben wir noch nie auf einer Isomatte geschlafen, wie in dieser Nacht!




Tag 15



Muskelkater ...



Als wir an diesem Morgen aufwachten, konnten wir uns kaum noch rühren. Ich glaube, wir hatten noch nie in unserem Leben solch einen Muskelkater! Also gab es heute einen Entspannungstag, um unsere müden Knochen wieder zu erholen und wieder zu Kräften zu kommen! Also beschäftigten wir uns mit Buch lesen, Sonne genießen und die Flaggen von Schweden und Norwegen an unsere Trekkingrucksäcke nähen!



Tag 16



Regen, Regen und Regen



Nach unserem gestrigen Erholungstag wollten wir heute wieder etwas erleben. Doch leider hatte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht... Es war unser erster wirklicher Regentag, doch der hatte es in sich! Es regnete den ganzen Tag in Strömen und ohne Unterbrechung!Solche Wassermassen haben ich noch nie gesehen! Unser Campingplatz stand völlig unter Wasser.Der Mitarbeiter vom Campingplatz meinte zu mir: "Jetzt kann ich bald Tickets zum Angeln verkaufen!" Also machten wir uns nochmal einen gemütlichen Tag  im Zelt. Wir machten uns wirklich schon Gedanken, ob unser Zelt diese Wassermassen überhaupt aushält und schauten mal, wie viel denn die Unterkunft in einer der Hütten kosten würde. Doch wir entschieden uns doch im Zelt zu bleiben! Hoffentlich wird das Wetter morgen wieder besser, sodass wir endlich wieder was erleben können in unserem tollen Urlaub!




Tag 17



Gletscher, klettern und gigantische Aussichten



Als wir heute morgen aufgestanden sind, schauten wir zuerst einmal nach oben, um die Wetterlage einschätzen zu können. Naja,... sehr neblig, bewölkt und nass. Das Wetter wird hoffentlich halten, denn heute geht es auf den Buarbreen, den Gletscher hier in Odda.


Die tiefen Nebelbänke über dem See am Campingplatz


Schnell angezogen und lecker gefrühstückt, damit es ganz schnell losgehen kann mit unserer Wanderung über Odda. Da direkt auf unserem Campingplatz das Schild "Glacier Tour" stand, folgten wir einfach dem Schild immer Berg auf. Irgendwie dachten wir, dass der Weg nicht ganz so lang ist, bis man überhaupt am Ausgangspunkt der Wanderung ist.


Auf dem Weg zum Ausgangspunkt der Wanderung


Wir waren auch wirklich die Einzigen, die diesen Weg nach oben überhaupt gelaufen sind. Alle Anderen fuhren mit dem Auto an uns vorbei.Plötzlich hielt ein Auto  neben uns und fragte uns auf Englisch, ob wir denn zum Gletscher hoch wollten. Wir antworteten, dass wir natürlich auch hoch möchten, worauf hin die Insassen uns zuriefen: "Dann steigt ein, wir nehmen euch mit!" Also stiegen wir ein, machten einen kleinen Smalltalk und fanden heraus, dass diese super netten Menschen, die uns hier "aufgegabelt" haben aus Israel waren! Als wir am Fuße des Gletschers ankamen, bedankten wir uns herzlich für das "Taxi" und begaben uns auf unsere Tour auf den Gipfel! Innerhalb unserer ersten 10 Minuten, die wir liefen, standen wir schon mitten im Flussbett! Kurz die falsche Abzweigung genommen! Also doch nochmal ein Stückchen zurück und doch durch das Gattertor durch, wo auch der Weg weiterging. Schnell die Tür zumachen, damit die Schafe, nicht entfliehen können. Durch den norwegischen "Dschungel" ging es über Stock und Stein immer bergauf! Doch nach unserer Tour auf die Trolltunga machte uns das nichts mehr aus.

Unmengen an Steintürmen mitten auf dem Weg


Der norwegische "Dschungel"


Der erste tolle Ausblick auf den Gletscher


Als dann wirklich unsere Wasserüberquerungen kamen, staunten wir nicht schlecht! So etwas haben wir noch nie gesehen... Als dann noch unsere Bergsteigerqualitäten geprüft wurden, wussten wir echt nicht, warum alle immer gesagt hatten, dass es nur 2-3 Seile kommen, an denen man sich hochziehen muss. Das waren doch mindestens 1,5 km Seil, an denen man hochklettern musste. Und wenn ich sage klettern, dann meine ich wirklich klettern! In Deutschland dürfte man teilweise nicht ohne Sicherung dort klettern.




1. Brücke über reisendes Wasser


2. Brücke 


3. Brücke, naja,... endlich mal eine richtige Brücke! =D


Klettern, um zum Gipfel zu kommen


Die steilste Stelle war wirklich schwierig



Als wir dann endlich nach 3 Stunden oben am Gletscher wurden wir mit einer grandiosen Aussicht ins Tal entschädigt! Nachdem wir einige Fotos gemacht hatten und die Aussicht genossen haben, ging es dann auch recht zügig wieder in Richtung Campingplatz, da es wirklich kalt wurde.








Riesige Wassermassen, die vom Gletscher gen
Tal rauschen

Die ganze Wanderung über hatten wir nur einen Trinkbecher dabei.Jeder Andere, der uns entgegenkam, hatte immer einen riesengroßen Rucksack mit Essen und Trinken dabei. Doch warum sollten wir so viel mit uns rumschleppen, wenn das Wasser in kleinen Bächen vom Gletscher runterfließt. Super lecker!


Becher mit dem leckeren Gletscherwasser auffüllen


Auf dem Campingplatz wieder angekommen, duschten wir kurz, kochten und schauten uns die geschossenen Bilder nochmal im Zelt an, bevor wir glücklich einschliefen!




Tag 18



Waterfallvalley



Zum Glück war das Wetter heute wieder klasse, sodass wir uns von Campingplatz 2 Mountainbikes gemietet haben, um damit ein wenig rumfahren zu können. Damit wir das nicht einfach sinnlos machten, fragten wir, ob es denn möglich sei mit dem Rad zum Latefoss (Zwillingswasserfall) zu kommen. Wir hatten Glück! Einfach immer der Straße folgen, dann kommen wir dort hin und es ist nicht einmal so weit.



Fahrradroute zum Latefoss


Da in Norwegen Helmpflicht für Radfahrer besteht, bekamen wir auch diese zum Rad dazu. Über den Zustand der Räder waren wir auch wirklich überrascht, denn mit so tollen Mountainbikes hatten wir nicht gerechnet!



Unsere Ausrüstung

Kurs noch ein bisschen Essen und Trinken in den Rucksack gepackt und los geht es auf die RV 13 zum Latefoss. So ging unser Weg erstmal entlang des Sees, der hinter unserem Campingplatz lag auf der Bundesstraße entlang, da das offiziell in Norwegen als Fahrradweg zählt (ist sogar ausgeschildert!) Nur durch Tunnel darf man als Radfahrer nicht fahren. Dafür gab es immer wieder eine Umfahrung, die unserer Meinung nach die Ursprüngliche Straße direkt am See war, bevor die Tunnel gebaut wurden. Sie heute als Umfahrung für Fußgänger und Radfahrer zu benutzen ist echt klasse! Wenigstens nicht umsonst gebaut!



Reisender Fluss entlang der RV 13



Also fuhren wir, immer leicht Berg auf, der Straße entlang, bis wir de ersten Wasserfall sahen und anhielten, um Fotos zu machen. So ging es dann den ganzen Weg zum Latefoss. Überall sah man von der Straße aus Wasserfälle, die traumhaft in der Sonne glitzerten.

















Da wir öfters vom Rad abstiegen, um Fotos (und die ein oder andere Pause) zu machen, kamen wir erst nach 2,5 Stunden an unserem Ziel - dem Latefoss - an und staunten nicht schlecht. Da fielen doch tatsächlich Wassermassen 165m tief zu uns hinunter und teilten sich während des Falls um einen riesigen Felsbrocken, sodass er in zwei Strömen bei uns unten ankam. Deshalb auch der Name "Zwillingswasserfall".



Der Latefoss











Straße direkt am Latefoss vorbei



Eins muss man ja wirklich mal sagen, das ist eine der Attraktionen, vor allem für Norweger! Was dort los war, in der Stunde, die wir dort saßen, um zu Essen uns ein Eis zu genießen war wirklich faszinierend! Norweger, Niederländer, Brieten und natürlich Deutsche kamen und gingen wie am Fließband. Nachdem wir uns genug gesonnt hatten und der Hunger gestillt war ging es wieder zurück zum Campingplatz. Zum Glück ging es jetzt die ganze Strecke Berg ab, sodass wir tatsächlich nach nur 1,5 Stunden wieder ankamen. Da keiner an der Rezeption war, stellten wir die Fahrräder davor ab und schlossen sie, wie ausgemacht, zusammen mit den Helmen ab und warfen die Schlüssel in den Briefkasten. Nachdem wir kurz geduscht hatten ging es dann nochmal mit unseren Büchern
an den See in die Sonne um zu lesen. Erst als die Sonne unterging und es kälter wurde packten wir die Bücher ein, brachten sie ins Zelt und gingen in die Küche zum Kochen. Unser letztes Abendessen hier in Odda... Ab morgen müssen wir wieder an die Heimreise denken. Schade!
Denn Odda und seine Natur war wirklich das Schönste an unserer dreiwöchigen Trekkingtour! DAS ist Norwegen, wie wir es uns immer vorgestellt hatten!




Tag 19



Der letzte Tag in Odda



Gestern war wirklich nochmal ein Highlight unserer Reise, doch heute geht es wieder auf den Weg nach Oslo und somit auf unseren Heimweg. Da es wieder einmal wunderschönes Wetter war, frühstückten wir ausgiebig draußen am See und genossen die Atmosphäre. Danach hieß es Geschirr spülen, Rucksack packen und das Zelt sauber machen. Nachdem das Zelt von innen sauber war, bauten wir das Innenzelt ab, hängten es über unsere Wäscheleine und machten es, wie auch das noch stehende Außenzelt, mit Wasser sauber. Während wir darauf warteten, dass es trocknete, nahmen wir wieder unsere Bücher zur Hand um zu lesen. Dann packten wir alles zusammen, verabschiedeten uns vom Mitarbeiter des Campingplatzes und liefen hinunter in die Stadt.



Aussicht auf den Hafen von Odda


Doch bevor wir zum Busbahnhof gingen, kauften  wir uns noch Kartoffelsalat und zwei "Pizzabolla" (große Pizzabrötchen), die wir am Hafen verputzten und die grandiose Aussicht genossen.



Die letzten Bilder von Odda 


Flo nach drei Wochen Norwegen (ohne Rasierer ;-) )


Als es dann doch langsam spät wurde, gingen wir zum Busbahnhof und warteten auf unseren Bus nach Voss. Also zahlten wir wieder mal den Studentenpreis für das Ticket, packten unsere Rucksäcke unten in den Laderaum und fuhren los. Es wurde immer dunkler und ab und an stiegen Leute ein und aus. Dann kamen wir plötzlich in einen Tunnel, der innen hellblau beleuchtet war. Doch das war nicht das, weswegen wir so fasziniert waren. Es war eher dieser Kreisverkehr, der mitten im Tunnel gebaut wurde. Wunderschön wurde in der Mitte eine Steinsäule stehen gelassen, um die man fahren muss, um wieder aus dem Tunnel raus zu kommen. Also nahmen wir die Ausfahrt und kurz danach hielten wir an und mussten in einen anderen Bus umsteigen, der uns nun direkt nach Voss zum Bahnhof brachte. Nach 100 km und 3,5 Stunden später kamen wir um 22 Uhr am Bahnhof in Voss an. Zum Glück gab es dort eine Bahnhofshalle, die offen war, sodass wir im Warmen auf unseren Zug warten konnten. Um 23.30 Uhr kam dann der Zug nach Oslo und wir stiegen ein. Da wir ja eine Nachtfahrt gebucht hatten, lag auf unseren Plätzen jeweils ein Päckchen, in dem eine Filzdecke, Schlafmaske, Ohropax und ein aufblasbares Kissen waren. Das ist mal Service! Also packten wir alles aus und schliefen ein bisschen, das erste mal seit 3 Wochen auf gepolsterter Unterlage, im Zug nach Oslo...



Tag 20


9 Stunden Oslo


... kurz vor 6:00 Uhr fuhr der Zug dann im Bahnhof von Oslo ein. Da es wirklich bequem war auf unseren Sitzen, schliefen wir wirklich bis eine halbe Stunde vor Ankunft! (ohne Wecker zu stellen) Draußen ging langsam die Sonne auf und die Welt erwachte. Was um solch eine Uhrzeit schon an Bahnhöfen los ist... So, was machen wir jetzt? Erstmal unsere Rucksäcke irgendwo in Schließfächern verstauen. Nach kurzer Suche fanden wir diese auch wieder im Bahnhof und zum Glück konnten wir beide Rucksäcke in einen Spint unterbringen. Jetzt erstmal Frühstück kaufen gehen bei Coop und draußen den Sonnenuntergang am Hafen mit Frühstück genießen. Nachdem wir uns gestärkt hatten, machten wir uns nochmal auf den Weg die Stadt zu erkunden. Am Wasser entlang ging es nochmal in die Fußgängerzone, einige Souvenirs für Freunde und Familie kaufen. Es war einfach nochmal schön durch Oslo zu bummeln und die schönsten Stellen nochmals an zu schauen. Um 15 Uhr ging es dann mit dem Zug weiter nach Stockholm, wo wir um 22 Uhr ankommen sollten. Doch leider hatten wir 45 Minuten Verspätung (das erste mal in 3 Wochen Skandinavien), weswegen wir unseren Bus zum Flughafen verpassten. Eigentlich wollten wir am Flughafen übernachten, um uns Übernachtungskosten zu ersparen. Naja,... dann bleiben wir halt doch die Nacht über wach und verbringen unsere Zeit im Hauptbahnhof von Stockholm. Bevor wir uns relaxt auf die Stühle in der Halle setzten, kauften wir noch kurz unser "Abendessen" bei MC Donalds ein. Direkt nach uns hat der Laden geschlossen!



Tag 21



Schlafen in Stockholm &
Rückreise nach Deutschland



Leider macht der Hauptbahnhof in Stockholm um 0:30 Uhr zu, da hier dann Reinigungsarbeiten stattfinden... Also fragte ich bei einem Sicherheitsbeamten nach, wo wir denn hingehen könnten, wenn unser erster Bus erst um 3:30 Uhr zum Flughafen ginge. Er meinte: "Über der Straße ist ein MC Donalds, die sind es gewohnt nachts Reisende bei sich unter zu bringen!" Also mit Sach und Pack rüber zu dem besagten MC Donalds. Was für eine Freakshow kann ich nur sagen... Es ist wirklich kein Spaß nachts in solch einer Metropole dort zu arbeiten... So viele Betrunkene... wahnsinn... Aber zum Glück waren wirklich viele Reisende auf der linken Seite gesessen, die alle auf ihre Weiterreise warteten. Also saßen wir uns dazu. Unsere Zeit ging dann eigentlich ziemlich schnell vorbei, da wir Martin kennen lernten, einen Schweden, der in Stockholm studiert und auch seine letzte Heimreise Möglichkeit verpasst hatte.
Um 3:15 Uhr gingen wir dann rüber zum Busbahnhof, wo wir uns von Martin verabschiedeten und unseren Bus zum Flughafen nahmen. Nach einigen Schläfchen kamen wir dann um 4:30 Uhr am Flughafen an. Wir suchten uns einen Stuhl in der Halle, machten es uns bequem und schliefen. So entspannten wir mit einem Buch und immer wiederkehrenden Nickerchen, bis unser Flug um 15 Uhr ging.



Unser letzter Blick auf Skandinavien


Leider war nun unsere wunderschöne Reise 3 Wochen Backpacking durch Skandinavien vorbei.

Doch eins muss man sagen:

"Was wir hier erlebt haben, wird uns für immer in Erinnerung bleiben!
Die netten Menschen, die gigantische Natur und die Erfahrung
auf einfachstem Niveau zu leben war richtig schön!
Es war nicht unsere letzte Reise nach Skandinavien!"

In diesem Sinne:

Bis zur nächsten Reise! 




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